Fachanwalt

Aktuell mahnt die FAREDS Rechtsanwaltsgesellschaft mbH aus Hamburg im Auftrag der Wham-O Holding Ltd. wegen eines fehlenden Links zur OS Plattform ab.

Nach eigenen Angaben handelt es sich bei der Wham-O Holding Ltd. um ein Unternehmen, welches im Bereich des Vertriebs von Sport- und Trainingsgeräten sowie von Spielzeug tätig ist.

Der Abgemahnte stehe mit der Wham-O Holding Ltd. in einem konkreten Wettbewerbsverhältnis, da er über seinen Online-Shop ebenfalls Sport-/Trainingsgeräte sowie Spielzeug anbiete.

Dem Abgemahnten wird vorgeworfen, dass es in seinen Angeboten keinen anklickbaren Link zur OS Plattform gäbe.

In der Abmahnung heißt es weiter, dass die fehlende Bereithaltung eines leicht zugänglichen und anklickbaren OS-Links stelle einen Wettbewerbsverstoß gem. §§ 3 Abs. 2, 3a UWG i.V.m. Art. 14 Abs. 1 S. 1 der Verordnung EU Nr. 524/2013 darstelle.

Gefordert werden von FAREDS die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung sowie die Zahlung von Rechtsanwaltskosten in Höhe von 492,54 €.

Unsere Empfehlung:

    Beachten Sie die Fristen

    Bleiben Sie ruhig und reagieren Sie besonnen.

    Nicht ungeprüft etwas unterschreiben oder zahlen

    Lassen sie sich durch einen auf das Wettbewerbsrecht spezialisierten Anwalt beraten

Beachten sie eine einmal abgegebene Unterlassungserklärung gilt grds. ein Leben lang und ist mit hohen Vertragstrafen verbunden.

Gerne helfen wir Ihnen mit Rat und Tat.

Die Kanzlei Dr. Schenk ist seit mehr als 10 Jahren auf dem Gebiet des Wettbewerbsrecht tätig. Wir beraten und vertreten selbstverständlich bundesweit.

Achtung! Die FAREDS Rechtsanwaltsgesellschaft mahnt denselben Verstoß auch für anderen Mandanten ab, so etwa für  Sekiguchi Co., Ltd.

 

Das Landgericht Oldenburg, Urteil vom 24.06.2020 hat entschieden, dass der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e.V. kein Anspruch auf Erstattung einer Abmahnpauschale in Höhe von 202,30 € zusteht.

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e.V hatte einen Onlinehändler wegen einer vermeintlich unzulässige AGB Klausel abgemahnt. Ausgesprochen wurde die Abmahnung nicht durch den Verein selbst, sondern durch die Rechtsanwälte Schmidt & Stillner aus Stuttgart. Neben der Abgabe einer strafbewährten Unterlassungserklärung wurde in dem Abmahnschreiben eine Abmahnpauschale /Kostenpauschale verlangt. Es wurde auf § 5 UKlaG in Verbindung mit § 12 Abs.1 UWG verwiesen.

Der durch uns vertretene Abgemahnte gab eine strafbewährte Unterlassungserklärung ab. Die Kostenpauschale wurde hingegen verweigert,

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e.V. verliert hat hinsichtlich der Abmahnpauschale dann einen Mahnbescheid beantragt und nach Widerspruch ihren vermeintlichen Anspruch im Klagewege weiterverfolgt.

Nach unserer Auffassung konnte die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e.V. keine Abmahnpauschale geltend machen, da sie die Abmahnung nicht selbst, sondern durch einen Rechtsanwalt hat aussprechen lassen. Nach unserer Auffassung war dies auch bereits höchstrichterlich geklärt.

Das Landgericht Oldenburg ist dieser Ansicht gefolgt. So führt es aus, dass die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e.V. zwar einen Rechtsanwalt mit den Ausspruch von Abmahnungen beauftragen dürfe. Die Kosten hierfür kann sie jedoch nicht als Abmahnpauschale den Abgemahnten auferlegen, da die Beauftragung eines Rechtsanwaltes nicht erforderlich ist. Sie hätte die Abmahnung auch selber aussprechen können. Das Gericht beruft sich insoweit auf die Rechtsprechung des Bundesgerichtshof, NJW 2017, 3790, GRUR 2018, 423.

Die von den Rechtsanwälte Schmidt & Stillner begehrte Zulassung der Berufung wurde vom Gericht nicht zugelassen, da die Rechtsfragern bereits höchstrichterlich geklärt sind. Das Urteil ist somit rechtskräftig.

Das Urteil ist sehr zu begrüßen. Nach unserer Auffassung ist es doch verwunderlich, dass eine Verbraucherzentrale entgegen der höchstrichterlichen Rechtsprechung im Zuge einer Abmahnung eine ihr nicht zustehende Abmahnpauschale geltend macht.

Es bleibt abzuwarten, ob die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e.V. Ihr Vorgehen nun abändert.

Der Einsatz von Google Analytics stellt Webseitenbetreiber nach wie vor vor datenschutzrechtliche Fragen.

Hierzu hat nun die Datenschutzkonferenz (DSK) ein aktuelles Grundsatzpapier herausgebracht.

Die DSK besteht aus den unabhängigen Datenschutzbehörden des Bundes und der Länder. Zwar haben die Stellungnahmen der DSK keinen verbindlichen Charakter, doch kann ihnen entnommen werden, wie die datenschutzrechtlichen Grundsätze der Behörden gehandhabt werden. Die Überprüfung unterliegt allerdings auch nach wie vor den Gerichten.

Die DSK geht grundsätzlich davon aus, dass Google Analytics theoretisch datenschutzkonform einsetzbar ist.

Danach ist als Rechtsgrundlage für den Einsatz des Analysetools nur die Einwilligung des Nutzers einschlägig. Die Rechtfertigung über das sog. „berechtigte Interesse“ des Verwenders (Art. 6 Abs. 1 f) DSGVO) kommt indes nicht in Betracht.


Mit einfachen Worten ausgedrückt bedeutet das: in jedem Fall muss nach Ansicht der DSK die Einwilligung des Nutzers vor dem Einsatz von Google Analytics eingeholt werden.


Die DSK stellt auch Mindestvoraussetzungen an diese Einwilligung auf:

 

Website-Betreiber müssen sicherstellen, dass die Einwilligung die konkrete

Verarbeitungstätigkeit durch die Einbindung von Google Analytics und damit

verbundene Übermittlungen des Nutzungsverhaltens an Google LLC erfasst.

  • In der Einwilligung muss klar und deutlich beschrieben werden, dass die

Datenverarbeitung im Wesentlichen durch Google erfolgt, die Daten nicht anonym

sind, welche Daten verarbeitet werden und dass Google diese zu beliebigen eigenen

Zwecken wie zur Profilbildung nutzt sowie mit anderen Daten wie eventueller GoogleAccounts verknüpft. Ein bloßer Hinweis wie z.B. „diese Seite verwendet Cookies, um

Ihr Surferlebnis zu verbessern“ oder „verwendet Cookies für Webanalyse und

Werbemaßnahmen“ ist nicht ausreichend, sondern irreführend, weil die damit

verbundenen Verarbeitungen nicht transparent gemacht werden.

  • Nutzer müssen aktiv einwilligen, d.h. die Zustimmung darf nicht unterstellt und ohne

Zutun des Nutzers voreingestellt sein. Ein Opt-Out-Verfahren reicht nicht aus,

vielmehr muss der Nutzer durch aktives Tun (z. B. Anklicken eines Buttons) seine

Zustimmung zum Ausdruck bringen. Google muss ausdrücklich als Empfänger der

Daten aufgeführt werden. Vor einer aktiven Einwilligung des Nutzers dürfen keine

Daten erhoben oder Elemente von Google-Websites nachgeladen werden. Auch das

bloße Nutzen einer Website (oder einer App) stellt keine wirksame Einwilligung dar.

  • Freiwillig ist die Einwilligung nur, wenn die betroffene Person Wahlmöglichkeiten und

eine freie Wahl hat. Sie muss eine Einwilligung auch verweigern können, ohne

dadurch Nachteile zu erleiden. Die Koppelung einer vertraglichen Dienstleistung an

die Einwilligung zu einer für die Vertragserbringung nicht erforderlichen

Datenverarbeitung kann gemäß Art. 7 Abs. 4 DS-GVO dazu führen, dass die

Einwilligung nicht freiwillig und damit unwirksam ist. „

 

Die DSK erteilt des Weiteren konkrete Gestaltungshinweise:

 

  • Klare, nicht irreführende Überschrift – bloße „Respektbekundungen“ bezüglich der Privatsphäre reichen nicht aus. Es empfehlen sich Überschriften, in denen auf die 5 Tragweite der Entscheidung eingegangen wird, wie beispielsweise „Datenverarbeitung Ihrer Nutzerdaten durch Google“. – Links müssen eindeutig und unmissverständlich beschrieben sein – wesentliche Elemente/Inhalte insbesondere einer Datenschutzerklärung dürfen nicht durch Links verschleiert werden.
  • Der Gegenstand der Einwilligung muss deutlich gemacht werden: Anwender von Google Analytics müssen deutlich machen, für welchen Zweck Google Analytics verwendet wird, dass die Nutzungsdaten von Google LLC verarbeitet werden, diese Daten in den USA gespeichert werden, sowohl Google als auch staatliche Behörden Zugriff auf diese Daten haben, diese Daten mit anderen Daten des Nutzers wie beispielsweise dem Suchverlauf, persönlichen Accounts, den Nutzungsdaten anderer Geräte und allen anderen Daten, die Google zu diesem Nutzer vorliegen, verknüpft werden.
  • Der Zugriff auf das Impressum und die Datenschutzerklärung darf nicht verhindert oder eingeschränkt werden.“

 

Nach Ansicht der DSK muss zudem auch jeder Webseite eine Opt-Out-Möglichkeit vorgehalten werden. Dabei sei der bloße Hinweis auf die Möglichkeit der Deaktivierung von Google Analytics über das Browser-Add-On nicht allein nicht ausreichend.

 

Generell ist zu sagen, dass der Einsatz von Google Analytics bereits deswegen nur scheinbar rechtskonform möglich ist, weil die Einwilligung des Nutzers „informiert“ erfolgen muss. Der Nutzer muss also vor der Einwilligung genau erfahren können, was mit seinen Daten geschieht. Da Google diese Angaben jedoch selbst nicht herausgibt, ist jede Einwilligung bereits per se schon nicht vollständig informiert.

Wir empfehlen jedoch, wenigstens die Vorgaben der DSK umzusetzen.

Gerne sind wir Ihnen bei der Umsetzung behilflich und beraten Sie zu dem Thema.

 

Aktuell liegt uns deine Abmahnung der Como Sonderposten GmbH aus Düsseldorf zur Überprüfung vor.

Nach eigenen Angaben betreibt die Como Sonderposten GmbH einen Onlineshop und verkauft hierrüber Bausteine, Socken und Luftballons.  Schaut man sich den Shop an, darf bezweifelt werden, dass hier ein ernsthafter Verkauf stattfindet.  

Dem Abgemahnten Ebay Verkäufer, der ebenfalls Luftballons zum Verkauf anbietet, wird vorgeworfen, dass er mit unterschiedlichen Fristen über das Widerrufsrecht informiert. Dies soll ein Verstoß gegen § 3a UWG i.V.m. § 312 dI BGB i.V.m. Art 246a § 1 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 EGBGB darstellen.

Vertreten wird die Como Sonderposten GmbH durch Rechtsanwalt Sandhage aus Berlin. Dieser ist seit Jahren als „Abmahnanwalt“ bekannt. Dieser vertritt etwa die iOcean UG, die Wetega UG, Lothar Fürst, u.a.

Auch bei den Abmahnungen der Como Sonderposten GmbH liegen wiederum Indizien vor, die auf eine rechtsmissbräuchliche Abmahnung hindeuten.

Rechtsanwalt Gereon Sandhage verlangt in seinem Abmahnschreiben die Abgabe einer strafbewährten Unterlassungserklärung sowie Rechtsanwaltskosten nach einem Streitwert von 3.000 € (=334,75 €).

Wie kann eine solche Abmahnung reagiert werden?

Wir empfehlen:

– Keine Unterzeichnung einer Unterlassungserklärung ohne anwaltliche Beratung

– Nehmen Sie keinen Kontakt zum Gegner oder zu Rechtsanwalt Sandhage auf

– Leisten sie keine Zahlung

– Lassen Sie die Abmahnung durch einen auf das Wettbewerbsrecht/E-Commerce Recht     spezialisierten Rechtsanwalt prüfen

– Beachten Sie die Fristen

Gerne helfen wir Ihnen mit Rat und Tat. Selbstverständlich helfen wir nicht nur bei der Abwehr der Abmahnung, sondern beraten sie auch wie sie zukünftig Abmahnungen vermeiden können.

Die Kanzlei Dr. Schenk ist seit mehr als 10 Jahren auf dem Gebiet des Wettbewerbsrecht tätig. Wir beraten und vertreten selbstverständlich bundesweit. Wir haben Erfahrung aus mehr als 7.000 Abmahnungen!

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