Internetbetrug

Aktuell werden Formulare mit der Überschrift „Gelbe Seiten“ versendet. Offensichtlich soll beim  Empfänger der Eindruck erweckt werden, dass es sich bei dem Formular um einen Korrekturabzug der offiziellen Gelben Seiten handelt. Der gewerbetreibende Empfänger wird aufgefordert, vorausgefüllte Daten zu überprüfen und zu ergänzen. Ebenso kann er  unternehmensspezifische Details anzukreuzen. Wie immer findet sich dann im „Kleingedruckten“ schließlich der Hinweis, dass die Veröffentlichung für eine Laufzeit von zwei Jahren zu einer Gebühr von 83,00 EUR pro Monat(!), zahlbar jeweils ein Jahr im Voraus, erfolgt. Weiter steht dort, dass der Vertrag sich automatisch um ein Jahr verlängert, wenn er nicht spätestens 3 Monate vor Ende der Laufzeit gekündigt wird.

Das Branchenverzeichnis ist unter www.europa.trade zu finden. Betreiber ist die Yellow Holding Ltd.  Bereits im Jahr 2015 wurde über die Masche berichtet.  Zu diesem Zeitpunkt war noch die die Marketing South East Ltd. Betreiberin der Seite.

Sollten auch Sie ein Schreiben der Yellow Holding Ltd. EOOD  wegen eines angeblich beauftragten Eintrags auf europa.trade  helfen wir Ihnen gern!

Achtung: Auch die die Hamann Medien GmbH verwendet Formulare, die eine Assoziation mit den „Gelben Seiten“ erwecken könne. Sendet man das unterschriebene Formular an die Hamann Medien GmbH zurück, wird man auf Zahlung von 1.413,72 € jährlich für einen Zwei-Jahres-Vertrag in Anspruch genommen!

Unter dem Aktenzeichen 720 Js 31889/09  erhob die Staatsanwaltschaft Darmstadt am 07.06.2011 Anklage gegen den Rechtsanwalt Olaf Tank und seine Mandanten Andreas Walter und Jan Manuel Schmidtler sowie Alexander Varin.

Der Vorwurf lautet: Gewerbsmäßiger Betrug im Zusammenhang mit den Internetportalen „softwaresammler.de und „opendownload“ für den Tatzeitraum vom 02.09.2008 – 28.02.2010. Die Brüder und ihr Anwalt wurden in der Vergangenheit häufig in Verbindung gebracht mit Abzocke durch sogenannte Abofallen, bei denen ahnungslosen Internetnutzern ein kostenpflichtiger Vertrag „untergejubelt“ wird, indem diese meist durch wenige Klicks eine vermeintliche Aboleistung buchen. Auf die Kostenpflichtigkeit wird dabei entweder überhaupt nicht, oder in unzulässiger Weise versteckt hingewiesen. Solche Abofallen sind rechtswidrig und erfüllen darüber hinaus oftmals den Tatbestand des Betruges.

 

Erstaunlich in diesem Fall ist, dass die Angeklagten kein einziges Mal versuchten, eine vermeintliche Forderung gerichtlich einzuklagen. Auch Ihnen könnte daher bewusst gewesen sein, dass die Gerichte ihnen nicht unbedingt gefolgt wären.

Die entsprechende Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Darmstadt, worin Aktenzeichen und vollständige Namen der Angeklagten genannt werden, verdeutlicht letztlich, dass großes öffentliches Interesse an diesem Verfahren besteht und die Angeklagten nicht als so schützenswert eingestuft werden, dass zumindest ihre Namen verschwiegen werden.

Es bleibt abzuwarten, inwiefern sich die Vorwürfe bestätigen.