Schalke

Nun mahnt auch der Fußballverein Hannover 96 (Hannover 96 Sales & Services GmbH & Co. KG) den (angeblich) unerlaubten Weiterverkauf von Fußballtickets  auf der Verkaufsplattform Ebay ab. Vertreten wird die Hannover 96 Anwaltskanzlei Becker & Haumann aus Dortmund. Die Kanzlei vertritt auch andere Vereine wie etwa den Verein Werder Bremen und Bayern München.

Gefordert werden von Hannover 96  die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung sowie Anwaltskosten in  Höhe von pauschal 1000,- Euro. Sollte man keine Unterlassungserklärung abgeben wird mit gerichtlichen Schritten gedroht.

Begründet wird die Abmahnung damit, dass ein Verstoß gegen die  allgemeinen Ticket-Geschäftsbedingungen (ATGB) vorliegen soll.

Wohl jeder Bundesligaverein verwendet mittlerweile die immer gleichlautende Klausel, dass der Verkauf der Tickets ausschließlich zur privaten Nutzung erfolgt und jeglicher gewerblicher oder kommerzieller Weiterverkauf untersagt ist. Dabei wird ein solcher gewerblicher oder kommerzieller Weiterverkauf insbesondere dann angenommen, wenn das Ticket zu einem wesentlich höheren Preis angeboten oder verkauft wird, wobei hiervon bei einem Verkauf auf Internetplattformen wie eBay ausgegangen wird, wenn ein Ticket für 15 % mehr im Vergleich zum Originalpreis angenommen wird.

Die Vereine wollen durch diese Klausel zum einen Preisauswüchse vermeiden. Andererseits soll vermieden werden, dass Personen mit Stadionverbot durch die unkontrollierten Verkäufe doch Zugang zum Station erlangen oder sich Fangruppen vermengen, deren Ticketkontingent grundsätzlich getrennt wird, um Ausschreitungen einzudämmen.

Unsere Empfehlung:

Unterzeichnen Sie nicht die Unterlassungserklärung! Eine solche Erklärung gilt ein Leben lang!

Sollten Sie eine Abmahnung erhalten haben helfen wir Ihnen gerne. Unsere Kanzlei kennt die Kanzlei und konnte schon mehreren Abgemahnten helfen.

Soforthilfe unter 0800 -3331030 oder E-Mail an kanzlei@dr-schenk.net

Derzeit kommt es immer häufiger vor, dass Erwerber von Tickets für Fußballspiele diese weiterverkaufen und dabei unter Umständen Gewinn erzielen. Dieses Vorgehen ist den Vereinen ein Dorn im Auge, sodass es zu deren Alltag geworden ist, dem Weitervertrieb der Tickets durch Abmahnungen entgegenzutreten. So etwa der amtierende Meister Borussia Dortmund. Inwieweit diese Abmahnungen berechtigt sind, soll im Folgenden  dargestellt werden:

Zu unterscheiden ist zunächst zwischen Angeboten von Privatverkäufern und gewerblichen Anbietern, sowie zwischen personalisierten und nicht personalisierten Tickets.

1. gewerblicher Verkauf – nicht personalisierte Tickets

Zum Verkauf der nicht personalisierten Tickets von gewerblichen Anbietern hat der BGH in seinem Urteil vom 11.09.2008, Az. I ZR 74/08 entschieden, dass die Vereine den gewerblichen Handel mit Eintrittskarten untersagen können, wenn der Anbieter die Tickets direkt vom Verein oder seinen Vertriebsorganisationen bezogen hat. Dies entschied auch das OLG Hamburg im Urteil vom 03.02.2005, Az. 5 U 65/04, da in diesen Fällen dem Erwerber der Tickets ein Weiterveräußerungsverbot mittels AGB auferlegt wird. Werden diese Tickets dennoch gewerblich verkauft, stellt dieses Vorgehen eine Pflichtverletzung dar, die abgemahnt werden darf.

Dagegen nicht untersagt werden kann der Handel, wenn der gewerbliche Anbieter die Tickets zuvor über Suchanzeigen im Internet von einem Dritten erworben hat. Zwar ist auch diesen nach den AGB eine Veräußerung der Tickets nicht gestattet. Den gewerblichen Anbietern müsste aber weiter nachgewiesen werden können, dass sie die Privatpersonen zum Vertragsbruch verleiten. Dies wird jedoch meist nicht zu bejahen sein, da „an die Allgemeinheit gerichtete Anzeigen […] für das Tatbestandsmerkmal des Verleitens jedenfalls in aller Regel“ nicht reichen (BGH Urteil vom 11.09.2008, Az. I ZR 74/06). In diesen Fällen ist damit eine Abmahnung durch den Verein unzulässig.

2. Privatverkauf – nicht personalisierte Tickets

Nach der Entscheidung des BGH vom 11.09.2008, Az. I ZR 74/06 fehle es dagegen an einer Bindung an das Weiterveräußerungsverbot, wenn Tickets „privat verschenkt worden sind, der Erwerber am Besuch des Spiels plötzlich gehindert ist oder wenn bei einer Kartenbestellung […] die AGB bei Bestellung der Tickets nicht wirksam einbezogen wurden“. Demnach sind Abmahnungen durch die Vereine wegen solcher Ticketverkäufe durch Privatpersonen beispielsweise bei eBay unzulässig.

Überdies hat das LG Essen in seinem Urteil vom 26.03.2009, Az. 4 O 69/09 entschieden, dass eine Klausel unwirksam ist, die dem Verein die Möglichkeit bietet, dem Inhaber des Tickets den Zutritt zum Spiel zu versperren, wenn dieser das Ticket von einem Dritten erworben hat.

Damit steht fest, dass der Handel mit nicht personalisierten Tickets nur eingeschränkt unterbunden werden kann.

3. personalisierte Tickets

Deshalb schlagen nun einige Vereine den Weg ein, personalisierte Tickets zu verkaufen. Dabei wird der Käufer namentlich auf dem Ticket vermerkt. Aufgrund von AGB ist eine Übertragung nur noch möglich, wenn der Käufer den Namen der Person angibt, der er die Karte übertragen hat. Auch Tauschbörsen wurden beispielsweise beim HSV eingerichtet, in denen den Fans die Möglichkeit eingeräumt wird, das Ticket bis zum Vortag des Spiels zurückzugeben. Diese AGB hat das LG Hamburg in seiner Entscheidung vom 05.03.2010, Az. 406 O 159/09 für wirksam erklärt.